Märzglöckchen

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Allerliebste Märzglöckchen habe ich heute im Hainich-Urwald gefunden. Ganze Teppiche haben sich unter den noch lichten Buchen ausgebreitet. Und ja, ich weiß, es sind eigentlich MärzenBECHER. Aber sie sehen doch vielmehr wie Glöckchen und nicht wie Becher aus, finde ich. Und dann entdecke ich – über die Glöckchen-oder-Becher-Frage nachgrübelnd – bei Wikipedia, dass der Name Märzglöckchen ebenfalls richtig ist. Und weil es im Märzglöckchen-Hain sitzend so schön ist, über Blumennamen nachzudenken, habe ich auch gleich das Schneeglöckchen nachgesehen. Und hach, welch reiche Namensbeute! Man nennt das Schneeglöckchen auch: Hübsches Februar-Mädchen, Lichtmess-Glöckchen, Märzveilchen, Marienkerze, Milchblume, Schnee-Durchstecher, Schneetulpe, Weiße Jungfrau oder Weißglatze.
Ich freue mich also künftig auf hübsche „Februar-Mädchen“, wenn im Januar die ersten grünen Spitzen im Garten das alte Laub durchbrechen.

 

Gefrorenes Glück

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Ich habe das schon lange vorgehabt. Aber es muss sonnig, windstill und eiskalt sein, sonst funktioniert es nicht. Heute morgen war es soweit. Zum Sonnenaufgang habe ich bei minus 15 Grad nach vielen misslungenen Versuchen und einer Menge Seifenwasser im Gesicht, schließlich zwei wunderschöne Blasen von gefrorenem Glück entstehen lassen. Ich kam zu spät zur Arbeit. Aber das war es mir wert …

Erster Frostmorgen

Fotos, Gedichte

 

Ein besonderer Moment im Jahr ist der erste Frostmorgen. Wenn das Land starr liegt, mit Reif überzogen. Und mit dem Sonnenaufgang beginnt das glitzernde Wunder…

NOVEMBERMORGEN

Auf dem gefallenen Blatt
glimmen frosterstarrt
letzte Funken eines großen Sommers.

Wir hauchen warmen Nebel in die Hand,
während die Sonne das gefrorene Land
langsam mit Licht überzieht.

Weiße Reiher fliegen auf, schwerelos.
Die Flügel golden durchleuchtet und groß
vorm erwachenden Tag.

Wunder aus Licht im Abschiedsverzagen.
Uns fängt nicht die Kälte, denn wir tragen
in uns warme Sommerfunken.