Angrenzend

Gedichte

Drinnen war es friedlich
Als sie den Kopf an seine Schulter legte
Vorm Fenster stand Hitze
Als Nachbars Hahn zu krähen begann
Das Windspiel klimperte verloren
Als er sie behutsam auf seinen Körper zog

So lagen sie dämmernd
Und wie eins auf den Kissen
Ganz still umarmt
Als der Nachmittag verann
Und ihr Atem hob und senkte sich
Wie eins
Als der Hahn von neuem zu krähen begann

Und als er zum siebenten Male krähte
Da hob sie ihr Hemd
Da hob sie sein Hemd
Und presste Haut auf sehnsuchtsvolle Haut

So lagen sie friedlich lange
Und sagten kein einziges Wort
Als ihre Häute allmählich begannen
Dort, wo sie angrenzten
Zusammen zu wachsen.

Text & Foto Sandra Blume, 2017

 

Amselmorgen

Gedichte

Diese herzatmende Stille

Zwischen Feuer und Schnee

Vor den Fenstern erwachte

Ein funkelnder Amselmorgen

Der Ofen glühte

Und deine sanften Hände

Hatten den Tisch

Mit Kerzen und Kaffee gedeckt

Während wir

Mit zerzaustem Haar

Seelig

In die Winterlandschaft sahen

Wusste ich

Um die Unbezahlbarkeit

Dieses Augenblickes

Der ohne Worte

Von tiefster Nähe sprach

 

 

Und hier geht es zur Hörversion dieses Gedichtes: Amselmorgen auf youtube