Sommerende

Gedichte

Über uns sind
Fliehende Himmel
Sturmwind haben wir
Und Krähen im Haar
Wipfel tanzen
Im Trommelregen
Hardcore Metal
Und schütteln aus
Das erste tote Laub
Mottenzerfressene
Kastanienblätter
Fegen schon kratzend
Über den Asphalt
Wir stöhnen
„Herbst“
Im schwindenden Licht
Und fröstelnd
Am Abend

Aber die Brombeerranke
Die Widerspenstige
Treibt unverdrossen
Neue Blüten

 

Text & Fotos Sandra Blume, September 2017

 

DSC_2954

Herbstzug

Gedichte

Am Morgen wogt Nebel im Tal,
Gleist Sonne vorm Offenen,
Umschwärmen Uferschwalben
Das Haus auf dem Hügel.
Unter zweihundert Flügelschlägen
Wird der Erker Steilküste,
Der Balkon Schiffsbug.
Wann stichst du
In See?
Andere haben Sonntag.
Fernlandig: Glockenläuten.
Wir ruhen auf den Nebelbänken,
Am Sammelpunkt der Gefühle
Für den Zug in den Herbst.

 

Text & Foto Sandra Blume, August 2017

Vom Fallen

Gedichte

Sieh, wie sacht die Blätter fallen.
Leise taumeln sie herab.
Hier das eine, dort das andre
Löst sich von den lichten Bäumen
Ohne jedes Zögern ab.

Lass dich langsam mit mir fallen.
Kleider rascheln welkes Laub.
Herbstgold liegt auf deinen Haaren
Und auf meiner blassen Haut.

Wenn der frühe Abend einfällt
Mit dem wispernd kalten Wind
Und mit seinen langen Schatten,
Lass uns Feuer machen
In den Öfen
Bis wir helle Flammen sind.

©Poeta 2015