Mauersegler

Gedichte

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schrillschreiende
sommerboten
zerschneiden wieder die himmel
über den trägen nachmittagen

im honiglicht
sitzen wir am fenster
und laden hoffnung
auf ihre sichelflügel

komm, sag ich: jubeln wir uns durchs blau
bodenkontakt ist nicht länger nötig
und schlafen können wir einfach im flug

—————

Mauersegler sind erstaunliche Vögel. Sie verbringen den größten Teil ihres Lebens in der Luft. Bis zu zehn Monate, ohne ein einziges Mal zu landen. Sie essen im Flug, sie lieben sich im Flug und sie schlafen sogar während sie fliegen.

Text & Foto: Sandra Blume

21 Gedanken zu “Mauersegler

    1. Ja auf Mallorca 😉. Ich weiß nicht mehr wie die Burg hieß. Es gibt übrigens eine englische Version des Textes. Also zumindest den Versuch. Meinen ersten, habe noch nie was übersetzt. Du bist da doch versiert. Vielleicht kannst du mal schauen, ob das für Dich klingt:

      BLACK MARTIN

      shreeking
      herolds of summer
      cut the skies again
      over lazy afternoons

      in a light of honey
      we sit at the window
      load up our hopes
      on their sickle wings

      come on, i tell you: let us rejoice into the blue
      ground contact no longer necessary
      we simply sleep in flight.

      Danke Dir!

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      1. Im Literaturstudium war es besonders Eines, das mich fazinert hatte: Die Entsprechung von Form und Inhalt, in der sich das Beschriebene selbst in der Wortmelodik und –gestalt sinnlich erfahrbar wiederfindet – als wären Lesen und Sehen ein und dasselbe…das ist es, was in Deinen Texten immer wieder hervorsticht – ein Geschenk.

        Gefällt 1 Person

  1. Auf meine heißgeliebten Sommervögel dieses sommerlich warme Gedicht in so schwingenden Worten – als hättest du sie herbeigeschrieben: vorgestern schrien die ersten ihren freien Sehnsuchtsschrei über dem Haus.
    Gruß
    Ule

    Gefällt 2 Personen

  2. Liebe Sandra, das Programm lässt mich keine Antwort auf den Kommentar mehr schreiben – deswegen muss ich noch mal einen neuen „eigenen“ Kommentar schreiben. Ich hatte, drei Jahre nach dem Theologiestudium ein Germanistiktudium begonnen, mit erklärtem Schwerpunkt Literatur – und ich bin froh, dass ich beides „gehabt“ habe – weil ich finde, dass Theologie nur darin Wert hat, dass sie zum Klingen gebracht wird – und das ist immer mehr das Feld der Literatur als der Theologie selbst gewesen – während Theologie oft in ihren eigenen Begriffswelten stecken bleibt – und verlernt hat, von etwas zu sprechen, von dem man eigentlich nur singen kann.

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    1. Dir gelingt es, hier etwas zum Klingen zu bringen, so dass selbst ein Heidenkind wie ich spürt, dass da Mächte und Magie am Werk sind unter deinen Worten. Danke lieber Guido!

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