Hörgedichte

Gedichte

Liebe Bloggerfreunde,

weil ich heute beim Einsprechen meiner Gedichte so schön im Schwung war, habe ich gleich auch meinen Lieblings-Rilke aufgenommen und kredenze ihn Euch als Wort zum Sonntag, gewissermaßen (aufnahmetechnisch wie immer semiprofessionell, vom eigenen Tonstudio träume ich noch 😉 .

Zu den gesprochenen Poeta-Gedichten geht es hier: Poeta-Gedichte auf youtube. Die Idee ist es, Stück für Stück alle Texte auf meinem Blog immer auch in einer Hörfassung anzubieten. Wünsche Euch einen schönen Abend und einen guten Start in die neue Woche!

8 Gedanken zu “Hörgedichte

    1. Das Lob freut mich aber, lieber Angel. Ich lese tatsächlich sehr gerne. Vor allem Texte von Dritten. Wenn der Sprechermarkt nicht so überlaufen wäre, würde ich glatt versuchen, mich in dieser Richtung beruflich zu entwickeln. Aber so bleibe ich eben (Presse-)Sprecherin 😉

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  1. Ich kannte einmal eine ältere Schaupielerin, die es schaffte, mit ihrer Stimme die Worte, die sie aussprach, zu Bildern werden zu lassen (- ich werde nie den Moment vergessen, in dem sie Eichendorffs „Mondnacht“ vorlas – es klang wie ein Wiegenlied) – es braucht Hingabe, Konzentration, Gespür und Musikaltität dazu – ihr Lieblingssatz war immer „Jedes Wort ist ein Edelstein, der geschliffen werden muss, um ihn zum Funkeln zu bringen.“ (Es war einer der letzten Sätze, die ich sie sagen hörte, bevor sie bald darauf starb.) In Deinem Vortrag ist vieles von diesem Funkeln hör- und spürbar – und es hat mich noch einmal daran erinnert, wie unausschöpflich Rilkes erste Elegie ist. Danke Dir.

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    1. Ich danke Dir, lieber Guido! Ich habe mit dieser Elegie (die ja noch wunderbarer werdend noch weiter geht, nur wurde das zu lang für das Gerät, das ohnehin schon mit der Lautstärke Schindluder trieb) auch die Erfahrung gemacht, dass sie immer wieder zu anderen Erkenntnissen führt – je nach dem, in welchem Alter und mit welchem Erfahrunshorizont man sie liest. Bei meiner ersten Begegnung mit Anfang zwanzig habe ich sie nicht verstanden. Bei meiner zweiten Begegnung mit Anfang dreißig wars wie eine Erleuchtung, weil Christian Steyer mir die Verse vorgelesen hat. Und er las sie so, dass ich zum ersten Mal verstanden habe, worum es geht. Ich glaube, das macht einen guten Sprecher aus – dass er es schafft, den Gedanken im Satz sichtbar werden zu lassen, so dass er ankommen kann. Ich versuche also das „Schönsprechen“ zu vermeiden (gelingt nicht immer) und beim Inhalt und dessen Transport zu bleiben. Als ich die erste Elegie vor einem Jahr wiedergelesen habe, hat sie mir wieder anderes erzählt als heute. Und so kann man beim Lesen auch nur seine eigenen Gedanken hinein legen. Vielleicht lese ich sie in zwei Jahren noch einmal ganz anders.

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  2. Es ist die Achtsankeit mit dem Wort (in seiner jeweiligen Färbung), die bei Deinem Vorlesen durchklingt…die Schaupielerin, von der ich geschrieben habe, ist Eva Zeidler, sie hat in dem Film „Die andere Heimat“ (kam vor einigen Jahren in die deutschen Kinos, ein Film von vier Stunden länge, der sich Zeit nimmt, seine Geschichte zu erzählen – über das bäuerliche Leben im 18. Jahrhundert und die Sehnsucht, ihm zu entkommen) die Großmutter gespielt. Sie hatte mich zu einer Zeit, in der ich in Frankfurt arbeitete, auch in ihre Theatergruppe berufen (und mir damit einen kleinen Lebenstraum erfüllt). Eine Sache war natürlich Sprachtrainung – in dem Zusammenhang fiel auch mehrmals ihr Ausspruch mit dem Wort und dem Juwel. Beim Trainin fiel mir als Erstes (Zweites und Drittes) auf, wie trampelig ich mit dem gesprochenen Wort umging, wie unbeweglich ich darin war, sie (wie sagte) „zum Klingen zu bringen“ – es wurde daraufhin besser, dennoch blieb das Ganze ein wenig „willkürbehaftet“ – und war weit von der Leichtigkeit entfernt, die sie in die Worte hineinlegte…ich vergesse nie den Moment, in dem sie „Mondnacht“ vorgelesen hatte – man spürte die Wiegenbewegung der Verse…(ich hätte sie gerne einmal das Trakl-Gedicht „Ein Winterabend“ vorlesen hören – es ist, glaube ich, mein Lieblingsgedicht) – sie konnte jedem Wort beim Aussprechen Leben zusprechen – dafür hatte sie gelebt – und es ist schön, wenn diese Tradition von „anderen Händen weitergetragen wird“.
    Lieben Gruß
    Guido

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